„Meine Musik wird meist mitten in der Nacht gemacht, und sie sollte auch in der Nacht gehört werden!“ (Groove Magazin Nr.111). Jens Zimmermanns Credo ist eindeutig:
Am wohlsten fühlt er sich, wenn das Licht aus ist, die Nebelmaschine ihren Betrieb aufnimmt und er während seiner hypnotischen DJ-Sets seinen eigenen Mikrokosmos generieren und andere Nervensysteme in einen euphorischen Rauschzustand versetzen kann.
Musikalisch bewegt sich Jens Zimmermann auf dem Minimal-Sektor, den er aber ganz eigen interpretiert. Seine organischen Produktionen treffen mit ihrem reduzierten und basslastigen Wesen den Zeitgeist der Szene, ohne jedoch auf Zimmermanns musikalische Wurzeln zu verzichten, die durch Intensität und Rohheit der frühen Neunziger gekennzeichnet sind. Die einzigartige Spannung zwischen Sparsamkeit und Experimentierfreude auf der einen, Energie und Funktionalität auf der anderen Seite, verleiht den Tracks fast schon eine spirituelle Aura.
Zimmermanns Katechismus wird auch in seinen DJ-Sets gelebt, da er eine Vielzahl eigener Produktionen spielt, die dem Set einen unverkennbaren Charakter verleihen. Er liebt endlos lange Übergänge, arbeitet mit selbstproduzierten Loops und verfeinert seine Mixe mit perfekt ausgewählten Effekten.
Einzigartige Veröffentlichungen auf Labels wie Snork Enterprises, International Freakshow oder Kompakt spiegeln exakt Zimmermanns musikalische Philosophie vom „unwiderstehlichen Groove, der treiben muss“ wieder und finden auch ihren Weg in zahlreiche DJ-Sets zeitgenössischer Protagonisten wie Ricardo Villalobos oder Richie Hawtin.
Von Anfang an entwickelte Jens Zimmermann ein Gespür für Technik. In seiner Jugend veränderte er den Bauplan eines Lügendetektors so, dass die Gehirnströme von Freunden hörbar gemacht werden konnten. Mit zwölf Jahren entdeckte Zimmermann seine größte Leidenschaft – das DJing! Zusammen mit einprägsamen Erfahrungen, die er während seiner Zeit im ehemaligen Frankfurter Club „Dorian Gray“ sammelte, entstand seine Liebe zur elektronischen Musik.
Mit Beginn der neunziger Jahre fing Zimmermann auch an Techno zu produzieren und landete unter dem Projektnamen „Tyrell Corp“ mit dem Track „Running“ auf dem Label „Abfahrt“ einen Underground-Clubhit. Später wandte er sich vom Techno ab und konvertierte zum Drum ‘n‘ Bass, eine für ihn sehr wertvolle Zeit, die ihm den Umgang mit Dubplates und „puren“ elektronischen Signalen lehrte.
Inspiriert von der Direktheit und Gradlinigkeit schiebender Grooves und Bassdrums, kehrte Jens Zimmermann voller Elan und Idealismus zu seiner alten Liebe „Techno“ zurück und bestätigte dies auch eindrucksvoll mit einer Release auf Room Recordings im Jahre 2005. Darüberhinaus zeugen letzte Auskopplungen auf Mix-CDs des Londoner Fabric- und Frankfurter Cocoon Clubs davon, dass der im Rhein-Main-Gebiet beheimatete „Sound-Wissenschaftler“ mehr denn je in medias res ist.
Jens Zimmermann liebt die Unabhängigkeit und möchte im künstlerischen Bereich keine Kompromisse eingehen. Kontinuierliche Weiterentwicklung ist sein Antrieb!